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Teneriffa – Kraxeln an der Lavaküste

Üppigkeit

Die Natur erschlägt mich. Palmen, die wildesten Sorten. Lavasand, schwarz und mehlig zwischen meinen Zehen. Alles ständig in voller Blüte. Ein Fruchtwechsel folgt dem anderen. Keine Jahreszeit gibt dem Wachstum etwas Pause. Ständiges Zeugen, Wachsen, Vergehen.

Allgegenwärtig sind Lavagestein und Eidechsen. Hier gibt es keine Mäuse oder kleinen Nager. Nur Eidechsen: in wirren Farben, Längen, Arten. Die Luft ist mild, die Sonne brennt. Es ist so hell, wie auf einem überbelichteten Foto.

Ich gehe mit den Five Fingers auf Erkundungstour. Die ganze Küste ist ein großer Lavaguss, ein Paradies für die Füße. Vom Hafen an entlang der Wassermarke kann ich Klettern und Kraxeln. Ein Schritt nach dem anderen, über die Kanten und Risse, hier ein Fuß gesetzt, da ein kleiner Griff. Eine völlig andere Sicht des überbrodelnden Urlaubsortes.

Krebse jagen davon, sobald mein Schatten auftaucht, Fische springen von einem Wasserloch zum nächsten, das die Brandung angeschwemmt hat. Das Wasserleben ist so dicht, ich beneide die Schnorchler.

Ich arbeite mich an der Küste entlang nach Westen. Der Hafen liegt hinter mir, die spielenden Kinder am Lavastrand. Der Touristenstrand ist schön aufgeräumt, der Strand der Einheimischen verspielter. Beachvolleyballtourniere unter Palmen, Spaziergänger in blühenden Gärten.

Der alte Teil der Stadt, verputzte Mauern, hell in der Atlantiksonne. Die Lavasteine werden immer heißer, barfuß Klettern ist kaum noch möglich. Ich lasse die FiveFingers an. Eine frische Brise vom Meer kühlt die Mittagshitze etwas ab. Überall auf den Felsen sitzen Angler. Eine seltsame Beschäftigung.

Immer wieder hat sich das Meer in die Stadt gefressen. Das Lavagestein schließt mit den Fundamenten der alten Häuser ab. Ich muss auf kleine Treppen, Galerien und Geländer ausweichen.

Das Stadtzentrum liegt hinter mir. Hinter dem Maritimhotel endlich der Blick auf mein Ziel: Playa de Los Roques. Der Strand der drei Felsen (Grande, Chico und La Patita). Drei Felsenkuppen reichen aus dem Wasser. Die Wellen haben hier einen Traumstrand gebildet. Ich krabble noch ein wenig weiter, zu meinem Aussichtspunkt. Hier kann man die ganze Bucht von oben sehen.

Ich muss noch meinen Cache finden. Irgendwo hier zwischen dem Staub der Steine und den Wolfsmilchgewächsen muss er sein. Nach einiger Suche werde ich fündig und kann nun die Aussicht genießen. Hoch über den Felsen lasse ich meine Füße ins Nichts baumeln und kann mich am Anblick des endlosen Atlantiks nicht satt sehen.

Auf dem Rückweg durch die Stadt spüre ich die Anfänge eines unglaublichen Muskelkaters in den Waden. Im Hotel komme ich kriechend an. Meine Beine können und wollen nicht mehr. Die Muskeln verweigern die Arbeit. Meinem Rücken aber, sonst Schmerzkandidad Nummer eins, geht es prächtig.

Roque Chico

Am nächsten Tag musste ich meine Beine dringend schonen und habe einen Pooltag eingelegt.

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Ultimative Linksammlung zu den Vibram Five Fingers

Five Fingers

„Der Kopf soll nicht allein weise sein, sondern auch die Füße.“
Sprichwort

Ich liebe die Vibram Five Fingers. Nachdem ich euch das Leben in den Five Fingers im Tagebuch vorgestellt habe, wird es Zeit für die ultimative Linksammlung:

Produkt

Bezugsquellen

Maßhilfen

Zehensocken

Erfahrungsberichte

  • Justin Owings nenn sie seine ‚birthday shoes‚.
  • Keith in Training trainiert fürs Leben und läuft in den Five Fingers.
  • Begin to Dig hat einige ausführliche Artikel auch zu den Five Fingers im Winter geschrieben.
  • Barefoot Ted läuft so ziemlich fast alles barfuß. Manchmal gönnt er seinen Füßen ne Pause in den Five Fingers.
  • Und auch Tim Ferriss hat sie mal getestet und kommt nicht davon los.

Was fehlt noch in der ultimativen Linksammlung?

Flickr Foto MiguelVieira

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Unsere Füße: Wunder der Menschwerdung – Teil 1 – Der große Zeh

Zum gehen geboren

„Ich habe geweint, weil ich keine Schuhe hatte, bis ich einen traf, der keine Füße hatte.“
Giacomo Graf Leopardi, ital. Dichter

In meiner Serie zu den Vibram Five Fingers schwärme ich immer wieder von der Freude am Barfußgehen.

Was aber ist so besonders an unseren Füßen?

Wir halten unsere Füße für das Selbstverständlichste auf der Welt. Schließlich kommen wir mit zweien davon auf die Welt und treten meist mit zweien davon voran wieder ab.

Doch unser Gang – dieses Schwanken auf zwei seltsamen Stelzen – ist einmalig im Tierreich. Und der menschliche Fuß ist ein Wunder der Anatomie und Biomechanik. Er besteht aus 26 Knochen – das ist ein Viertel aller Knochen des menschlichen Körpers – und 33 Muskeln. Zahlreiche Tastrezeptoren – vor allem an der Fußsohle – machen ihn zu einem der empfindlichsten unserer Körperteile.

Zwei Merkmale machen den menschlichen Fuß so besonders: Der große Zeh (hallux magnus), auf den ich heute eingehen werde, und das Fußgewölbe, das ich nächste Woche betrachten will.

Hallux magnus

Unser großer Zeh ist im Verhältnis zu denen anderer Primaten verlängert und verschoben. Während der typische Affenfuß einer Affenhand ziemlich gleicht, sehen unsere Füße nicht nur anders als unsere Hände aus: Sie haben auch eine ganz andere Funktion.

Evolutionsgeschichtlich gesehen ist der Zeh der Hominiden irgendwann von der Außenseite des Fußes nach vorne gewandert. Vom abgespreizten Greifzeh der Affen zum gerade nach Vorne zeigenden Stützelement des aufrechten Ganges. Diese Wanderung führte dazu, dass sich unser Gangbild völlig veränderte.

Während Affen beim aufrechten Gang auf den Außenseiten ihrer Füße watscheln, verläuft die Belastungslinie des aufrechten hominiden Ganges von der Ferse über die Außenseite des Fußes, weiter quer über den Fußballen nach innen zum großen Zeh.

Wie wichtig der große Zeh für unser Gangbild ist, kann jeder ausprobieren. Versucht mal mit nach oben gezogenen Großzehen zu gehen. Was passiert? Die Stabilität ist futsch, wir wackeln und watscheln wie unsere Affenverwandten auf den Außenseiten der Füße herum. Das ist weder besonders effektiv noch besonders sicher.

Biomechanik

Der große Zeh verleiht unserem Gang nicht nur die elementare Stabilität. Da der Bewegungsaublauf des aufrechten Ganges biomechanisch am Großzeh endet, nimmt der Großzeh die ganze Energie der Bewegung von der Hüfte über das Bein und das Abrollen des Fußes auf und muss diese effektiv umlenken. Jedwede Beschleunigung in unserem Gang verdanken wir dem Abstoßen des großen Zehs vom Untergrund.

Auch alle anderen famosen Fähigkeiten der hominiden Fortbewegung wären ohne den Großzeh nicht möglich: Springen, Hüpfen, Ausweichen, Tippeln, Kriechen, etc. Tänzer und Balettstars verdanken ihre anmutigen Bewegungen allesamt dem großen Zeh.

Evolutionswunder

Die Entwicklung des großen Zehs hatte evolutionsbiologisch noch weitere, maßgebliche Folgen:

Die Hüfte des Menschen musste sich der neuen Gangart anpassen. Das wiederum führte zu einer Verengung des Geburtskanals und der Notwendigkeit der physiologischen Frühgeburt. Hierzu habe ich schon im Artikel über die modernen Kindertagesstätten geschrieben.

Bekanntermaßen wurden auch die Hände des aufrechten Menschen frei und konnten zum Tragen oder zur Werkzeugherstellung eingesetzt werden. Diese Fähigkeit war eine der Hauptttriebfedern für die gänderten Ernährungsmöglichkeiten der Hominiden und damit die immense Zunahme an Großhirnvolumen.

Der große Zeh stand also am Anfang der Geschehnisse, die unsere Vorfahren schneller und vor allem klüger gemacht haben. Er war wahrscheinlich der bedeutendste Auslöser der Menschwerdung.

Nächste Woche stelle ich euch das Fußgewölbe vor. Ein absolutes Belastungswunder.

Flickr Foto labellavida

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Vibram Five Fingers – Tag 3 auf der Arbeit

Blumenwiese

„FiveFingers footwear connects you to the earth and your surroundings in a way that is simply not possible in conventional shoes.“
vibramfivefingers.com

Die Vibram Five Fingers machen Spaß: auf der Party und auf dem Fahrrad hatte ich sie schon dabei. Es wurde Zeit sie im Berufsleben zu testen.

Ich geb Gas

Während ich an meinen Bürotagen entspannt zur Arbeit radeln kann, ist bei Kundenterminen die Anreise mit dem PKW angesagt. Die Zehen also in die KSOs gefummelt und ab ins Auto. Vorsichtshalber habe ich natürlich ‚echte‘ Schuhe mitgenommen.

Das Anziehen geht mittlerweile sehr leicht von der Hand: Die Zehen wissen, wo sie hin müssen. Überhaupt ist es jetzt ein gewohntes Gefühl, dass jeder Zeh hier seinen eigenen Platz hat.

Autofahren mit den Five Fingers ist ähnlich wie Barfußfahren. Ich spüre die Pedale deutlicher und ich kann den Schuh nicht als Hebel benutzen. Je nach Leichtgängigkeit oder Schwergängigkeit der Pedale kann das sehr entspannt sein oder ne Qual.

Ich fahre gerne mit den Five Fingers: Meine Füße bekommen deutlich mehr Bewegung ab, als in normalen Schuhen. Beim sonst so immobilen Autofahren ein Segen.

Woman in black

Kundentermin heißt nicht nur Autotag sondern auch Anzugtag. Bevor ihr aufschreit: Obwohl meine quietschblauen KSOs perfekt zu meinem blauen Anzug gepasst hätten, hatte ich nicht ernsthaft vor, sie als Businessschuhe zu tragen. So ausgehfähig sind sie dann doch nicht. Für die Anfahrt wären sie aber sehr bequem gewesen.

Dennoch: Die Five Fingers vertragen sich nicht mit Anzughosen. Dies liegt am recht breiten Klettband, das über den kompletten Fußrist verläuft. Fällt das Hosenbein auf das Klettband, verhaken sich die Nähte im Klett. Schlimmstenfalls zieht sich so die ganze Naht auf. So etwas ist mir schon letzen Sommer mit meinen Teva Sandalen passiert. Danach musste ich die Hose erst einmal zum Umnähen wegbringen.

Mahlzeit

In der Mittagspause bin ich König und kann machen, was ich will. In den meisten Fällen gehe ich Spazieren. Meine Füße lieben die Wiese und in den FiveFingers ist es ein großer Spaß.

Ich hatte schon geschrieben, die KSOs würden sich wie ein Socken anfühlen. Das stimmt nicht so richtig. Irgendwie ist man viel näher am Barfußgehen. Ich spüre den Untergrund, das macht bei all den Sensoren in unseren Fußsohlen viel Freude. Gleichzeitig weiß ich, dass das nicht die 100% sind, die ich barfuß haben könnte. Die Five Fingers verleiten mich viel mehr als normale Schuhe zum barfuß gehen. Sie geben mir viel mehr eine Ahnung davon, wie viel mehr Freude meine nackten Füße im Gras haben könnten…

Ach ja: Auch meine Kollegen haben natürlich die ganzen irren Fragen zu meinen seltsamen ‚Schuhen‘ gestellt. Man gewöhnt sich dran.

Das nächste Mal: Die Five Fingers beim Tagesausflug.

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Vibram Five Fingers: Mit zehn Tips zur richtigen Größe

Verschiedene Five Fingers Modelle

„Ich hoffe, meine Pumps können die Fußstapfen ausfüllen, die Sie hinterlassen.”
Madeleine Albright, amerik. Politikerin

Die Vibram Five Fingers gibt es – zumindest hier in Krefeld – leider nicht im Laden neben an. Und auch der Outdoorgigant mit Onlineversand führt nicht alle Modelle. Will man also ein Paar erwerben, muss man andere Quellen des Onlinehandels bemühen.

Im Versandhandel gestaltet sich das Anprobieren oft schwierig, so dass einem der Rücksendefrust meist nicht erspart bleibt. Hier also Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Größenauswahl bei den Five Fingers.

  1. Welches Hilfmittel benutze ich zur Größenauswahl?

    Die FiveFingers sind extrem dünn und biegsam. Und sie sollen die größtmögliche Flexibilität für eure Füße bieten. Das geht nur dann, wenn der ‚Schuh‘ genau sitzt. Sind sie zu groß, so rutschen die Zehen aus ihren ‚Täschchen‘, der Fuß schlabbert beim Gehen im Schuh herum und man stolpert schnell. Sind sie zu klein, drücken die Zehentäschchen schmerzhaft in die Zehenzwischenräume.
    Ich habe verschiedene Größentabellen für Vibram Five Fingers ausprobiert (ofizielle von Vibram, Maßtabelle von barfusslaufen.com, etc.) und bin immer bei anderen Größen gelandet. Nach Anprobieren anderer Modelle im Laden und einer Rücksendung stellte sich heraus, dass meine normale Schuhgröße, 36 1/2, ideal wäre.
    Da die Five Fingers den Fuß wie eine zweite Haut umschließen sollten, probiert man am besten mehrere Größen aus.

  2. Ich trage eine Zwischengröße.

    Hat man unnormmäßig große/kleine Füße, so kann man bei verschiedenen Schuhherstellern mitlerweile zu Zwischengrößen greifen. Mir ist 37 eigtl. zu groß und 36 definitiv zu klein. 36 1/2 ist die perfekte Größe. Leider gibt des die Vibram Five Fingers nur in vollen Größen. Hier sollte man zur nächsten vollen Größe greifen. Ich habe mich also für Größe 37 entschieden.

  3. Ich habe zwei unterschiedlich große Füße.

    Egal welche Schuhe man kauft, hat man mit unterschiedlich großen Füßen immer ein Problem. Je nach Größenunterschied können das ein paar Milimeter oder direkt eine Schuhgröße sein. Vibram weist darauf hin, dass es bei einer Größendiferenz von mehr als 0,4 cm schwierig sein könnte, eine genaue Passform für beide Füße zu finden.
    Mein rechter Fuß ist über 1 cm kleiner als der linke. Das stört in den Five Fingers definitiv. Während der linke Fuß wunderbar vom Schuh umschlossen wird, hat der rechte viel zu viel Spielraum. Andererseits bin ich das gewohnt. Bei anderen Schuhen habe ich ja auch immer das gleiche Problem. Nur in den Five Fingers fällt es mehr auf.
    Ideal wären natürlich zwei Schuhe in zwei verschiedenen Größen. Dafür sind mir die Five Fingers aber doch zu teuer.

  4. Ich habe sehr schmale/sehr weite Füße.

    Vibram bietet bei den Five Fingers keine unterschiedlichen Weiten pro Größe an. Da die Five Fingers sowohl bei der Sohle, wie auch beim Obermaterial sehr flexibel sind, passen sie sich recht gut der Fußform an. Auch mit meinen extrem schmalen Füßen, sitzen die Schuhe sicher.
    Problematisch wird es bei extrem weiten Füßen, die in ihrere Breite über die Begrenzung der Sohle gehen. Hier würde der Fuß irgendwann nicht mehr auf der Sohle sondern auf dem Obermaterial laufen.
    Da die Schuhe den Fuß nicht einzwängen, kann er seine volle Breite einnehmen.

  5. Mein zweiter, dritter Zeh ist wesentlich länger als der Vorgänger.

    Die ‚Zehentäschchen‘ der Five Fingers sind grundlegend genormt und versuchen, so vielen Fußtypen, wie nur möglich, gerecht zu werden. Da hier jeder Zeh aber seinen eigenen Platz hat, fällt es umso mehr auf, wenn ein Zeh nicht dem standarisierten Zehenbogen entspricht.
    Auch hier weist Vibram darauf hin, dass es bei Folgezehen, die um mehr als 0,4cm größer sind als die Vorzehen, zu Problemen bei der Passform kommen kann.

  6. Meine Zehen sind zusammen gewachsen (Syndaktylie).

    Hier sieht es sehr schlecht aus. Die Five Fingers modelieren die Standard-Zehzwischenräume des Fußes nach. Hat man zwei komplett oder auch nur zum Teil zusammengewachsene Zehen, so wird der Zwischenraum der modelierten Zehen Druck auf die zusammengewachsene Stelle ausüben. Je nach Ausmaß der Syndaktylie wird es unmöglich sein, die Five Fingers bequem zu tragen.

  7. Ich trage orthopädische Einlagen.

    Die Five Fingers sind dafür gemacht, barfuß getragen zu werden. Sie sollen den möglichst direkten Kontakt des Fußes zum Untergrund bieten und dabei den Fuß gleichzeitig schützen. Ziel des Schuhs ist es, dem Fuß die Möglichkeit zu geben, sich in seiner ganzen Bandbreite zu bewegen, und dabei die Biomechanik des Fußes zu fördern. Nur ein Fuß, der sich voll bewegen kann, ist auch voll entwickelt.
    Orthopädische Einlagen sollen die Defizite der Fußmechanik kompensieren. Sie stützen, heben, fassen ein, etc. Mit einer solchen Schuheinlage lässt sich das Potential des Five Fingers nicht nutzen. Durch die Einlage wird dem Fuß eine bestimmte Bewegungsform auferlegt. Die extrem weiche Konstruktion der Five Fingers bietet keinen Halt für eine orthopädische Einlage.

  8. Kann ich in den Five Fingers Socken tragen?

    Klarer Fall: ja. Aber natürlich nicht die normalen ‚Fußschlauchsocken‘, sondern Zehensocken. Die gibt es in unterschiedlicher Größe, Dicke, Material und Farbe. Man muss natürlich bei der Größenauswahl der Five Fingers darauf achten, ob man damit Socken tragen will, und ob die dann noch in den Schuh passen. Da meine Five Fingers eh 1/2 Größe zu groß sind, passt das mit den Socken recht gut.
    Etwas schwieriger ist es, die Zehen in Zehensocken in die ‚Zehentäschchen‘ der Five Fingers zu bekommen. Ich kenne kaum jemanden, der den Standardfuß mit der Standardzehenlänge hat. Da bleibt in den Zehensocken auch immer etwas mehr Platz, so dass der Stoff sich ggf. in den Five Fingers verknäulen kann.
    Wie das Anziehen der Five Fingers ist auch das eine Frage der Übung.

  9. Gibt es Größenunterschiede bei den einzelnen Modellen?

    Ich habe bisher alle Modelle in mindestens zwei Größen anprobiert. Während es bei den Classics, den Sprints und den KSOs keine nennenswerten Unterschiede gab, tragen sich die Flows definitiv anders. Durch das recht dicke, fußumfassende Material, wird der Fuß enger vom Schuh umschlossen. Das Neopren ist zwar auch dehnbar, bietet aber wesentlich mehr Widerstand als der Oberstoff der anderen Modelle. Hier sollte man die Sockenthematik genauer prüfen und den Schuh ggf. eine Nummer größer wählen.

  10. Wie gehe ich am besten bei der Größenauswahl vor?

    Die Glückskinder unter uns, haben einen netten Laden um die Ecke, der die Vibram Five Fingers in allen Modellen und Größen anbietet. Die können dann nach Herzenslust anprobieren und testen. Dabei die Sockenfrage nicht vergessen!
    Alle anderen müssen online bestellen. Meine Empfehlung: Bestellt eure Five Fingers in zwei verschiedenen Größen – eurer normalen und vielleicht der nächstkleineren – und probiert sie ausführlich aus: Gehen, Laufen, etc. Auch hier: Überlegt, ob ihr in euren Five Fingers Socken tragen wollt.

Habt ihr noch weitere Fragen zu den Five Fingers? Oder vielleicht weitere Tips zur Größenwahl?

Flickr Foto timferriss

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Vibram Five Fingers Tagebuch – Tag 2 auf dem Rad

in allen Lebenslagen

„The typical human foot is an anatomical marvel of evolution with 26 bones, 33 muscles and hundreds of sensory receptors, tendons and ligaments. “
vibramfivefingers.com

Nachdem ich mir beim ersten Einsatz der Vibram Five Fingers KSO die Füßchen ein bisschen verkühlt hatte, sollten sie heute auf die Radtour mitgehen.

Nach 25km mit den KSOs auf dem Rad kann ich euch eines sagen: Das geht auf die Muskeln!

Radeln im Paradies

Krefeld ist ein Paradies für Radfahrer und der Bummel auf zwei Rädern gehört für uns zur üblichen Wochenendentspannung. Die Zehen schön in die KSOs fummeln, Fersenkappe aufziehen, Klett zu und los geht’s.

Zur Sicherheit habe ich noch meine ’normalen‘ Sneakers und ein paar Socken mitgenommen. Das erwies sich aber als völlig überflüssig. Denn die KSOs sind 100% fahrradtauglich.

Aufgesattelt

Die Andersartigkeit des Radelns mit den Five Fingers fängt direkt vor der Haustür an. Normalerweise würde ich den Fahrradständer einfach so wegkicken. Geht mit den KSOs nicht. Sie sind einfach zu weich. Der Fuß muss hier aktiv arbeiten und den Ständer führen.

Aufgesattelt trete ich das erste Mal in die Pedale. Zuerst ganz vorsichtig, dann immer fester. Was für ein Erlebnis!

Seid ihr schonmal barfuß Rad gefahren? Ich schon. Das war großer Mist. Metall und Gummi von den Pedalen kratzen am Fuß. Wenn ich absteigen muss, lande ich mit den Füßen sonstwo. Einmal bin ich mit dem nackten Fuß unter so ner Pedale hängengeblieben und habe mir wirklich mies weh getan.

Mit den Five Fingers ist das irgendwie ähnlich und doch ganz anders.

First contact

Durch die dünne Sohle der KSOs kann ich die Fahrradpedale genaustens spüren: Rillen, Gummi, etc. Trotzdem ist mein Fuß geschützt. Ich kann gefahrenlos absetzen, egal bei welchem Untergrund oder Dreck.  Es ist halt fast wie barfuß. Ich fühle mich sicherer.

Andererseits bedeutet Radeln mit den Five Fingers echte Arbeit. Normalerweise kann man den Schuh beim Radeln einfach als Hebel benutzen. Die Kraft, die ich aus dem Oberschenkelmuskel, respektive den Wadenmuskeln einsetze, kann direkt über den Schuh auf die Pedale umgelenkt werden.

Muskelschweiß

Mit den KSOs geht das so nicht. Die weiche Gummisohle lässt diese einfache Kraftübertragung nicht zu. Der Fuß muss richtig hart mitarbeiten. Der Druck aus den Beinmuskeln muss über den Knöchel und den Fußrist in den Fußballen geleitet werden. Da der Schuh hier zur Kraftübertragung entfällt, müssen die Knöchel- und Fußmuskeln die nötige Spannkraft aufbringen: das kostet verdammt viel Energie.

Vor allem aber: Das macht verdammt viel Spaß! Ich habe das Gefühl wirklich zu arbeiten. Meinen Körper gänzlich einzusetzen. Dafür bin ich geschaffen worden! Ein absolut geniales Gefühl.

Ich fahre wirklich gerne Fahrrad. Fast täglich zur Arbeit. Aber das Radeln mit den Five Fingers ist was Besonderes. Ah ja: Ich hatte tatsächlich anschließend Muskelkater: am Fußrist und in den Waden.

Das nächste Mal: Die Five Fingers im Auto.

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Vibram Five Fingers Tagebuch – Tag 1 auf der Party

Vibram FiveFingers KSO

In der Preview hatte ich es schon angekündigt, aber jetzt endlich sind sie da: Meine FiveFingers KSO und Flow in der richtigen Größe: 37. Die KSO sind für den Sommer, die Flow für kälteres Wetter. So zumindest erst einmal die Planung.

Einfach cool die Teile!

FiveFingers im Päckchen

Der Karton ist klein und sehr leicht. Auf der Verpackung sind die Sohlen der FiveFingers skiziert. Mit zitternden Fingern die Schachtel aufgemacht: zwei hübsche blaue FiveFingers KSO oder wahlweise camo-grüne Flow! In Seidenpapier eingewickelt und wirklich klein. Im Deckel ist eine Anziehanleitung. Ein kleines, ästhetisches Werbebooklet liegt bei.

Anziehanleitung

Meine Füße sind das Barfußlaufen gewohnt – zumindest zu Hause laufe ich fast immer ohne Schuhe herum. Ich starte also den ersten Anziehversuch, schön der Anleitung nach:

  1. Zehen rein fummeln
    Als erstes schiebe ich den Vorderfuß in den ‚Schuh‘ und versuche jeden Zeh in sein ‚Täschchen‚ zu schieben. Eine ziemlich ungewohnte und daher fummelige Angelegenheit. Sobald die aber drin sind, fühlt sich das Ganze recht angenehm an.
  2. Ferse rein
    Die FiveFingers sind aus weichem Material gefertigt (Polyamid und Gummi), sowohl die Sohle als auch der Rest lassen sich gut biegen. Ich ziehe den Schuhrest über meine Ferse. Der Fuß sitzt gut!
  3. Schuh zu
    Alle Modelle bis auf die Classics haben ein Klettband, das zum Befestigen des Schuhs über den Fußrist läuft. Da ich insgesamt kleine und schmale Füße habe, kann ich das Band bis zum Anschlag zuziehen.

Erstes Feeling

Vibram FiveFingers Flow

Die KSOs fühlen sich wie ein ’seltsamer‘ Socken an. Ich renne ein paar mal durch die Wohnung und auf dem Balkon herum. Wie beim Barfußlaufen spürt man die Bodenart und alle Unebenheiten: egal ob Holz, Teppich oder Fliesen. Die Sohle dämpft alles etwas, so dass Kälte, Dreck, spitze und scharfe Gegenstände vom Fuß weg bleiben.

Das Rennen macht besonders viel Spaß: Man setzt – wie von der Werbung versprochen – die Füße tatsächlich anders auf als in normalen Schuhen. Ich fühle mich schneller und leichter.

Partytime

Wir fahren heute zu einer Party. Die KSOs fahren mit: Angekommen werde ich natürlich mit Fragen bombardiert:

Was ist das?
Ist das zum Klettern?
Die sehen wie Gorillafüße aus.
Was macht man damit?
Die sehen aus wie Tauchschuhe.
Hast Du da Socken drin?
Wie lange brauchst Du, um die anzuziehen?
Du siehst aus wie ein Frosch.
Ziehst Du die auch zur Arbeit an? …

Auf dem Rückweg gegen 3:00 ist mir in den KSOs zu kalt. Bei 13°C und ziemlich müde zieht mir die nächtliche Kälte durch das dünne Obermaterial und Mesh direkt auf die Haut. Wenn auch die Sohle die Bodenkälte ganz gut dämpft, friere ich – weil ich keine Socken an habe – auch um die Knöchel herum. Ich hoffe, dass meine Zehensocken bald ankommen.

Fortsetzung folgt…

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